Philosophie.
Mehr nicht, aber auch nicht weniger.
Was bedeuten uns Meinungen?
Meinungen haben einen schlechten Ruf, doch man kann sich nicht an ihnen vorbeimogeln. Die Beiträge zur Debattenkultur diskutieren, was Meinungen, Meinungsbildung und Meinungsfreiheit unter den Bedingungen der Gegenwart (noch) bedeuten können. Dabei werden Grundlagen einer Theorie der Meinung entwickelt.
Was heißt hier Lügen?
Der Faktencheck hat noch keinen Lügner aus der Fassung gebracht. Die Brisanz des Lügens besteht ja gerade gerade darin, dass der Lügner - wohl wissend um das Richtige - das Falsche zum Wahren erklärt.
In meinem Essay für das "Philosophie Magazin" (o4/2025) gehe ich der Form und Funktion der Lüge nach. Wir wissen, dass sie nicht sein soll, wir wissen aber nicht immer so genau, was das Lügen ausmacht.
Welchen Streit braucht die Demokratie?
Gerne wird das Streiten als Wesenskern einer demokratischen Ordnung gepriesen. Das ist sicher nicht falsch. Aber welchen Streit genau braucht die Demokratie? Diese Frage wird eher ausgeblendet. Es ist aber vielleicht die wichtigere, der man nachgehen sollte.
Die Verbiederung der Intellektuellen
Warum verliert die klassische Figur des Intellektuellen in digitalen Öffentlichkeiten an Orientierungskraft – und was kann an ihre Stelle treten? Ein Beitrag über mediale Zersplitterung, Denken auf Abruf und die Frage, weshalb ein Denken, das aufs Ganze geht, sich aber nicht im Absoluten verliert, heute weniger denn je verzichtbar ist.
Nähe als politischer Imperativ
Der gesellschaftliche Zusammenhalt gilt vielen als verloren, und wird deshalb dringend eingefordert. Doch was ist eigentlich gemeint, wenn wir von Zusammenhalt sprechen? Ohne Nähe und Annäherung lässt er sich kaum denken, geschweige denn verwirklichen.
Darüber spreche ich mit dem Schriftsteller und FAZ-Redakteur Simon Strauß. Im aktuellen Themenheft der Politischen Meinung zu „Frieden und Streit“ waren wir beide als Autoren vertreten; daraus ergab sich das Gespräch.
"... ist diese 'Philosophie der Doxa' ungewöhnlich anregend, weil sie gegen den Begriff der bloßen Meinungsfreiheit den der weithin unterschätzten Meinungsbildung so stark macht. Dem zu folgen, erfordert ein hohes Maß an Konzentration, doch schärft das eigene Urteilsvermögen ungemein. Wer möchte sich schon an Georg Christoph Lichtenbergs spöttische Empfehlung halten: „Nichts kann mehr zu einer Seelen-Ruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat.“ Gregor Dotzauer über "Meinungskrise und Meinungsbildung" im Tagesspiegel vom 25.01.2022
„Obwohl alle Welt zu allem und jedem eine Meinung hat, ist das, was all diese Meinungen als solche ausmacht, erstaunlich schwer zu greifen. Christian Bermes … hat … ebenso bündige wie aufschlussreiche Überlegungen zu diesem seltsam schillernden Begriff der Meinung angestellt – Überlegungen, die das Bild deutlich differenzieren und, wie nur folgerichtig, verändern.“ Ralf Konersmann, Die Politische Meinung, Nr. 574 (2022).
"Wir stehen unter 'Meinungsdruck': Wer keine Meinung hat, scheint uninteressant. Gefragt sind meinungsstarke Voten, Meinungsmacher und Meinungsführerschaft. Zugleich hat, wer nur meint und nicht weiß, ein Problem: Meinungen sind bestenfalls vorläufig und offenbar nicht mehr als Bauchgefühle. Wer Verstand hat, den drängt es nach Wissen. Christian Bermes rehabilitiert in seinem klugen, eloquenten Essay den Wert der Meinung und legt die wunden Stellen unserer 'Meinungskrisen' frei." Barbara Bleisch beim 'Philosophicum Lech' über das Buch 'Meinungskrise und Meinungsbildung'.
»Bermes skizziert die Grundlinien einer Philosophie der Doxa in seinem lesenswerten Essay sehr konzentriert und eingängig, indem er der Meinung in der Geschichte der Philosophie nachspürt und unter anderem wichtige Anstöße von Husserl, Heidegger, Arendt und Wittgenstein für ein Konzept der Meinung aufgreift.«
Ulrike Bardt im Philosophischen Literaturanzeiger 73 (2023) 3.